Luftverschmutzung

Das Phänomen des sauren Regens ist schon seit der Antike bekannt: z.B. wurde schon im antiken Rom beobachtet, dass in der Nähe von Bleiglanz verarbeitenden Metallfabriken Bäume abstarben.Als „sauer“ wird Regen mit einem pH-Wert unter 5,6 bezeichnet. Betrachtet man die pH-Wert-Skala, so sollte man eigentlich erwarten, dass Regen mit einem pH-Wert kleiner 7,0 als sauer bezeichnet wird. Tatsache ist aber, dass bereits der „normale“ Regen sauer ist. Dies kommt durch die Reaktion des Regenwassers mit Kohlenstoffdioxid zustande. Das Kohlenstoffdioxid, was in großer Menge von der Menschheit ausgestoßen wird, reagiert mit Wasser zu Kohlensäure.

Auswirkungen:

Der saure Regen wirkt sich auf den Boden, Gewässer, Pflanzen und Gebäude aus. Wenn saurer Regen auf basischen Boden trifft, also z.B. Kalkboden, kann die Säure direkt neutralisiert werden. Die im Boden vorliegenden Hydrogencarbonat-Anionen reagieren mit den Protonen der Säure. Die Pufferkapazität des Bodens kann jedoch irgendwann erschöpft sein; dann wird die Säure an das Grundwasser, Bäche, Flüsse und Seen weitergegeben. Wenn diese Gewässer keine basischen Ionen enthalten, die die Säure neutralisieren können, wird auch dieses Wasser sauer. Folge sind das Eingehen der Vegetation, veränderte Lebensformen, oder sogar das komplette aussterben dieser Gewässer. Der saure Regen kann im Boden auch giftige Mineralien und Schwermetallionen aus Gestein auswaschen. Beispielsweise Aluminium-, Cadmium- oder Blei-Kationen. Diese können durch den Boden ebenfalls in Gewässer gelangen. Sie können aber auch von Pflanzen als Nährstoffe aufgenommen werden und so die Pflanzen vergiften. Da der saure Regen, wie eben beschrieben, auch die Nährstoffe auswäscht, können Pflanzen in diesen Gebieten auch an Nährstoffmangel leiden. Zudem wirkt der saure Regen auch direkt auf die Pflanzen, über die Blätter. Folgen insgesamt sind, dass Pflanzen anfälliger für Krankheiten werden, Blütenfarben gebleicht werden, bis hin zum Absterben der Pflanzen. Saurer Regen greift insbesondere Sand- und Kalkstein an. Damit verbunden ist eine Kristallvergrößerung. Das Bauwerk bröckelt. Ein Beispiel dafür, wie kostspielig die Sanierung solcher Gebäudeschäden sein können: Allein für die Westminster Abby in London wurden bis zum Jahr 1990 ungefähr 10 Millionen britische Pfund ausgegeben, um Schäden des sauren Regens zu beseitigen.


Quelle: http://daten.didaktikchemie.uni-bayreuth.de/umat/saurer_regen/saurer_regen.htm